Interview mit den Initiatoren der Schutzinsel 

Wie funktionieren die Kinderschutzinseln und wo befinden sich diese in Weisendorf?

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Im Jahr 2022 haben die Initiatoren Holger Tanzberger und Yvonne Tausche mit intensiver Unterstützung des Rottary Club sogenannte Schutzinseln für Kinder ins Leben gerufen. Was es damit auf sich hat und welchen Mehrwert sie in Weisendorf bringen, das lesen Sie hier im Interview mit Frau Tausche.

Wie ist die Idee zu den Kinderschutzinseln entstanden? 

Die Idee ist so entstanden, dass wir hier bei uns im Landkreis „Nicht mit mir!“ Selbstbehauptungskurse für Kinder und Vorschulkinder - ein Kurssystem des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes - angebieten und in dem Kontext über „Rettungsinseln“ sprechen. Hier bei uns in Diespeck wollten wir die Rettungsinseln mit an der Tür der Geschäfte angebrachte Sticker anschaulicher machen. Damit sind wir auf den damaligen Bürgermeister Dr. Christian von Dobschütz zugegangen. Er fand, dass das Thema nicht nur etwas für den Ort, sondern auch für den gesamten Landkreis sei. Das Thema wurde von ihm in den Rotary Club eingebracht und ist dort auf große Begeisterung gestoßen. Daraus ist ein Imagefilm entstanden, und das Ganze konnte unter anderem auch mit eigener Homepage groß angelegt werden.  

Für die Teilnehmenden entstehen so keine Kosten. Die einzigen Anforderungen sind, dass es sich um öffentliche Orte handelt und nicht um private.  

Es fing ca. 2022/23 damit an, dass wir eine Webseite eingerichtet haben und die ersten Geschäfte für die Aktion begeistern konnten. Auch der Kinderschutzbund unterstützt diese Aktion. Mittlerweile läuft viel über Mundpropaganda. Wir sind im ganzen Landkreis mit den Kursen an Schulen und Kindergärten unterwegs und haben so die Möglichkeit die Schutzinsel den Kindern näher zu bringen und bekannt zu machen. Gleichzeitig ist das Angebot bereits über den Landkreis hinaus bekannt geworden. Geschäfte schreiben mich direkt an. Ich sammele dann die Adressen. Inzwischen gibt es deutschlandweit etwa 400–450 Schutzinseln. 

Was sind Kinderschutzinseln? 

Schutzinseln sind Orte, an die Kinder gehen können, wenn sie „ein schlechtes Bauchgefühl“ haben. Oder wenn sie zum Beispiel auf dem Weg zur Freundin sind und die Fahrradkette reißt – immer dann, wenn Kinder Hilfe brauchen. Auch in bedrohlicheren Situationen sollen sie Anlaufplätze haben, um Hilfe zu holen. Je nach Fall kann es auch sein, dass die Kinder einfach ihre Mama oder ihren Papa anrufen können, was Gott sei Dank der häufigste Grund für das Aufsuchen der Schutzinsel ist. 

Was macht diese Lösung besonders? 

Jeder öffentliche Ort ist eigentlich eine Schutzinsel. Aber die Kennzeichnung der Orte als Schutzinseln soll den Kindern helfen, dass sie sich an diese Personen wenden und einfach dort hineingehen können. Die Kinder gehen zum Teil auch so in die Geschäfte, um Hilfe zu bitten, aber die Kennzeichnung reduziert die Hemmschwelle weiter. 

Wie kann man sich beteiligen? Was braucht es dafür? 

Dafür braucht man eigentlich gar nichts, denn normalerweise könnten die Kinder ja auch so in den öffentlichen Ort gehen.  

Die Schutzinseln brauchen nur die Bereitschaft, mitzumachen. Man schreibt einfach eine E‑Mail, die bei mir ankommt. Dann gibt es eine kurze Anweisung, was das für die Insel bedeutet, Flyer in denen weitere Erklärungen gefunden werden können, Sticker und Notrufnummern, falls es doch einmal ich mit dem Anruf bei den Eltern getan ist.  

Die Aufkleber, der auf den Ort als Schutzinsel hinweist, sollte auf der Augenhöhe der Kinder angebracht werden, damit diese ihn auch direkt erkennen.  

Unser großer Vorteil ist, dass das Angebot kostenlos gemacht werden kann, das war uns sehr wichtig.  

Wie ist Weisendorf zu den Schutzinseln gekommen? 

Wir waren im dortigen Kindergarten. Dort stieß die Idee auf Interesse. Daraufhin wurden die Kinder gefragt, wo sie hingehen würden, wenn ihnen etwas passiert. Dann haben die Kinder gesagt, welche Geschäfte sie ansprechen würden. Anschließend ist man auf eben diese Geschäfte zugegangen, und diese haben sich dann angeschlossen.  

Möchten Sie uns noch etwas mit auf den Weg geben? 

Falls dies Leser denken, „au ja, das möchte ich unterstützen und Sie haben konkrete Ideen“, dann kommen Sie gern auf uns zu, zum Beispiel per Email unter info@schutzinsel.com. Uns liegt das Thema sehr am Herzen und wir unterstützen gern bei der Einführung.  

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Unsere Marktgemeinde ist jetzt auch Anbieter von Schutzinseln. Gemeinsam sind wir stark und schaffen sichere Rückzugsorte für die Kinder.

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